Mittwoch, 25. März 2026
DAS WICHTIGSTE DER WOCHE AUS DER E&M-REDAKTION
Mehr Tempo gewünscht
Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt ein ambivalentes Bild: Eine Mehrheit bewertet den Stand Deutschlands bei erneuerbaren Energien, Recycling und Wasserstoff nur als „durchschnittlich“, ein Viertel sogar als „rückständig“. Gleichzeitig sehen 80 Prozent der Befragten in Green-Tech einen zentralen Pfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Umfrage ergab auch: Viele Menschen hierzulande erwarten raschere Fortschritte bei Green Tech sowie mehr staatliche Förderung. 
 // VON Heidi Roider   MEHR...
Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt ein ambivalentes Bild: Eine Mehrheit bewertet den Stand Deutschlands bei erneuerbaren Energien, Recycling und Wasserstoff nur als „durchschnittlich“, ein Viertel sogar als „rückständig“. Gleichzeitig sehen 80 Prozent der Befragten in Green-Tech einen zentralen Pfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Umfrage ergab auch: Viele Menschen hierzulande erwarten raschere Fortschritte bei Green Tech sowie mehr staatliche Förderung. 

Fördergelder sollten jedoch zielgerichtet eingesetzt werden, etwa für die Wärmewende. Denn der Weg zur grünen Wärme ist lang und mit erheblichen Investitionen verbunden, wie das Beispiel aus Tübingen zeigt. Der Versorger in der Universitätsstadt geht von Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro aus. Die Mittel sollen unter anderem in die Co-Finanzierung einer Großwärmepumpe fließen, die am Klärwerk errichtet werden soll. 

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 // VON Heidi Roider
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Die Highlights der Woche
Quelle: Shutterstock / Alexander Limbach
Wasserstoff. Thyssenkrupp Nucera liefert 300-MW-Elektrolyseure nach Südspanien
Thyssenkrupp Nucera liefert 15 Elektrolyseure mit insgesamt 300 MW nach Südspanien. Das Projekt „Onuba“ ist Teil des geplanten 2.000-MW-Vorhabens „Andalusian Green Hydrogen Valley“.
Thyssenkrupp Nucera liefert für das Wasserstoffprojekt „Onuba“ des spanischen Energieunternehmens Moewe 15 alkalische 20-MW-Elektrolyseure mit insgesamt 300 MW. Moeve hatte Anfang März 2026 die endgültige Investitionsentscheidung für die erste Ausbaustufe des „Andalusian Green Hydrogen Valley““ getroffen. 
 // VON Katia Meyer-Tien   MEHR...
Thyssenkrupp Nucera liefert für das Wasserstoffprojekt „Onuba“ des spanischen Energieunternehmens Moewe 15 alkalische 20-MW-Elektrolyseure mit insgesamt 300 MW. Moeve hatte Anfang März 2026 die endgültige Investitionsentscheidung für die erste Ausbaustufe des „Andalusian Green Hydrogen Valley““ getroffen. 

Der Vertrag umfasst Planung, Beschaffung, Fertigung und Lieferung der Elektrolyse-Technik. Onuba ist die erste Phase des andalusischen Wasserstoffvorhabens von Moeve am Energy Park La Rabida in Huelva im Südwesten Spaniens. Die Anlage soll eine nominelle Produktionskapazität von rund 45.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr erreichen. Moeve beziffert die mögliche CO2-Minderung auf rund 250.000 Tonnen jährlich. 

Das Projekt ist Teil des „Andalusian Green Hydrogen Valley“, das Moeve mit einem Investitionsvolumen von rund 3 Milliarden Euro in Südspanien entwickelt. Geplant ist der Aufbau einer Elektrolysekapazität von insgesamt 2.000 MW an den Standorten Huelva und Campo de Gibraltar (Cádiz). Der dort produzierte Wasserstoff − etwa 300.000 Tonnen pro Jahr − soll vor allem zur Dekarbonisierung der eigenen Industrieprozesse sowie zur Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe für den Luft- und Seeverkehr genutzt werden. 

Neben der Produktion umfasst das Vorhaben auch den Aufbau einer gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Speicherung, Transport und Exportinfrastruktur. Moeve plant, den Wasserstoff über bestehende Logistikstrukturen und Häfen in internationale Märkte zu liefern. Die Standorte profitieren von hohen erneuerbaren Erzeugungskapazitäten aus Solar- und Windenergie, die als Grundlage für die Elektrolyse dienen. 

Für Thyssenkrupp Nucera ist das Vorhaben Teil einer bestehenden Zusammenarbeit mit Moeve. Bereits zuvor hatten beide Unternehmen Vereinbarungen zur Reservierung von Produktionskapazitäten getroffen. Mit der Investitionsentscheidung geht das Projekt nun in die Umsetzungsphase. 




 
 // VON Katia Meyer-Tien
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Mehrheit fordert mehr Tempo bei Green Tech
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
F&E. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zeigt: Viele Menschen in Deutschland erwarten schnellere Fortschritte bei Green Tech und mehr staatliche Förderung.
Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland sieht beim Ausbau umweltfreundlicher Technologien deutlichen Handlungsbedarf. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wünschen sich viele Befragte mehr Tempo bei der Entwicklung und Anwendung sogenannter Green-Tech-Lösungen.
 // VON Susanne Harmsen   MEHR...
Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland sieht beim Ausbau umweltfreundlicher Technologien deutlichen Handlungsbedarf. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wünschen sich viele Befragte mehr Tempo bei der Entwicklung und Anwendung sogenannter Green-Tech-Lösungen.

Nach Angaben der DBU bewerten rund 60 Prozent der 1.006 Befragten den Fortschritt Deutschlands in Bereichen wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Recycling und Wasserstoff im internationalen Vergleich als durchschnittlich. Weitere 24 Prozent halten Deutschland in diesen Feldern für rückständig. Nur elf Prozent sehen das Land als führend. Die Erhebung fand im Januar statt.

Gleichzeitig misst eine deutliche Mehrheit der Green-Tech-Branche große wirtschaftliche Bedeutung bei. Laut Umfrage halten 80 Prozent der Befragten Herstellung und Export umweltfreundlicher Technologien für zentrale Säulen der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Der Generalsekretär der DBU, Alexander Bonde, bewertet dies als klares Signal. Deutschland dürfe seine Position in diesem Bereich nicht gefährden, erklärte Bonde laut Mitteilung.

Die DBU verweist zudem auf die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Seit 2010 sei die Bruttowertschöpfung im Green-Tech-Sektor jährlich um rund fünf Prozent gewachsen. Zudem entfallen laut Stiftung mehr als acht Prozent der deutschen Exporte auf diesen Bereich. Grundlage der Branche seien umweltfreundliche Produktentwicklungen und Geschäftsmodelle, die laut dem sogenannten Green-Tech-Atlas verschiedene Leitmärkte umfassen, darunter Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität.

Technologische Innovationen spielen aus Sicht der Bevölkerung insgesamt eine zentrale Rolle. 93 Prozent der Befragten halten sie für sehr oder eher wichtig für die Zukunft des Landes. Unterschiede zeigen sich laut Umfrage zwischen den Geschlechtern: Männer bewerten Innovationen häufiger als „sehr wichtig“ als Frauen.
 
Wunsch der Deutschen nach mehr Innovation nach Bereichen.
(Für Vollbild-Darstellung auf die Grafik klicken)
Quelle: DBU

Auch innerhalb einzelner Bereiche zeigen sich Unterschiede: Frauen wünschen sich laut Umfrage deutlich häufiger Innovationen im Gesundheits- und Pflegesektor als Männer. Bonde sieht hier großes Potenzial für Umwelttechnologien. Der Gesundheitsbereich sei mit einem hohen Ressourcenverbrauch und erheblichen Emissionen verbunden und könne durch Innovationen zur Entlastung von Umwelt und Klima beitragen, erklärte er.

Mehrheit will staatliche Förderung

Als Beispiel nennt die DBU die Förderinitiative „CirculAid“, die Projekte zur Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen unterstützt. Neben dem Tempo beim Ausbau von Green Tech spricht sich eine Mehrheit der Befragten auch für ein stärkeres staatliches Engagement aus. Insgesamt 69 Prozent halten eine intensivere Förderung von Umwelttechnologien für notwendig. 16 Prozent sehen die aktuelle Förderung als ausreichend an, während etwa zehn Prozent sie für zu hoch halten.

Schwerpunkte für zusätzliche staatliche Maßnahmen sehen die Befragten vor allem in Forschung und Entwicklung sowie in der Kreislaufwirtschaft. Jeweils rund 65 Prozent derjenigen, die mehr Förderung befürworten, nennen diese Bereiche als besonders wichtig.

Bei der Frage nach der Verantwortung für den Ausbau von Umwelttechnologien sehen 39 Prozent in erster Linie Staat und Politik in der Pflicht. 32 Prozent verteilen die Verantwortung auf mehrere Akteure, darunter Wirtschaft und Wissenschaft. 21 Prozent schreiben sie vor allem Industrie und Unternehmen zu.
 // VON Susanne Harmsen
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Bund öffnet Schatulle für Tübinger Großwärmepumpe
Wämebaustelle in Tübingens Altstadt. Quelle: Stadtwerke Tübingen / Jaeger
Wärme. Viel Geld vom Bund: Die Stadtwerke Tübingen müssen den Bau ihrer Großwärmepumpe nicht allein aus eigenen Mitteln finanzieren. Berlin schickt einen Scheck von über 23 Millionen Euro.
Der Weg zur grünen Wärme ist lang, auch in Tübingen. Und er ist mit enormen Ausgaben gepflastert: Der Versorger in der Universitätsstadt geht von hunderten Millionen Euro an Investitionen aus. Da kommt eine Finanzspritze aus Berlin gerade recht.
 // VON Volker Stephan   MEHR...
Der Weg zur grünen Wärme ist lang, auch in Tübingen. Und er ist mit enormen Ausgaben gepflastert: Der Versorger in der Universitätsstadt geht von hunderten Millionen Euro an Investitionen aus. Da kommt eine Finanzspritze aus Berlin gerade recht.

23 Millionen Euro fließen nun aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) an den Neckar. Das teilen die Stadtwerke Tübingen (SWT) mit. Gedacht ist das Geld zur Co-Finanzierung einer Großwärmepumpe, die ihren Platz am Klärwerk finden soll. Wie der Versorger aus Baden-Württemberg weiter erklärt, könnten mit der Wärmepumpe verbundene Ausschreibungen und Detailplanungen nun noch in diesem Jahr erfolgen. Die entstehende Anlage bezeichnet SWT-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke in der Mitteilung als „eines der großen Meilenstein-Projekte“ der Wärmewende. Mit den Bauarbeiten wollen die Stadtwerke möglichst 2028 starten, die erste Ausbaustufe soll 2030 in Betrieb gehen.

Für die Übergangszeit investiert das Unternehmen flankierend in ein Heizwerk, das mit einer Leistung von 20 MW Spitzenlast-Dienste übernehmen soll. Es arbeitet mit Erdgas und kann bis zum Einsatz der Großwärmepumpe weitere Gebiete Tübingens an das Fernwärmenetz anschließen.

Später ist lediglich noch eine Reserverolle für das Heizwerk vorgesehen, das in Phasen hohen Fernwärmebedarfs − und zu anderen Zeiten entsprechend seltener − zum Einsatz kommen soll. Das Fernwärme-Komzept besteht noch aus weiteren Puzzlestücken: So ist seit Herbst 2025 ein Solarthermiepark am Netz und im Sommer 2024 schlugen die SWT eine Brücke zwischen Fernwärmeteilnetzen – unter dem Neckar hindurch.
 // VON Volker Stephan
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N-Ergie vergibt Auftrag für Großbatteriespeicher
Das modernisierte Umspannwerk bei Winterschneidbach. Quelle: N-Ergie
Stromspeicher. Der Nürnberger Regionalversorger bekommt einen netzdienlichen Batteriespeicher mit einer Leistung von 20 MW.
Das Wettbewerberfeld war groß. Mehr als 20 Unternehmen haben sich nach Angaben von N-Ergie auf die Ausschreibung eines netzdienlichen Batteriespeichers beworben. Der Energieversorger lässt nahe seines Umspannwerks im Ansbacher Ortsteil Winterschneidbach einen Speicher mit einer ein Ein- und Ausspeiseleistung von 20 MW und einer Kapazität 100.000 kWh errichten. Den Zuschlag erhielt der Infrastruktur-Entwickler Max Solar. Die Bauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte starten, teilt N-Ergie mit.
 // VON Manfred Fischer   MEHR...
Das Wettbewerberfeld war groß. Mehr als 20 Unternehmen haben sich nach Angaben von N-Ergie auf die Ausschreibung eines netzdienlichen Batteriespeichers beworben. Der Energieversorger lässt nahe seines Umspannwerks im Ansbacher Ortsteil Winterschneidbach einen Speicher mit einer ein Ein- und Ausspeiseleistung von 20 MW und einer Kapazität 100.000 kWh errichten. Den Zuschlag erhielt der Infrastruktur-Entwickler Max Solar. Die Bauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte starten, teilt N-Ergie mit.

Ein netzdienlicher Speicher muss – so die Definition – aktiv dazu beitragen, das Netz zu entlasten. Entscheidend ist neben der Dimensionierung vor allem die Fahrweise des Speichers, die durch Vorgaben des Netzbetreibers gezielt gelenkt wird. Ein netzdienlicher Speicher muss so konzipiert sein, so N-Ergie, dass er über vier bis fünf Stunden mit maximaler Leistung den Bezug aufrechterhalten und die Mittagsspitze der PV-Erzeugung zu einem Großteil aufnehmen kann. Regulatorisch ist in Bayern zudem die Ausschreibung nach Paragraf 11a EnWG eine Voraussetzung für den Nachweis der Netzdienlichkeit, wie ein Unternehmenssprecher erklärt.

Weitere Ausschreibungen geplant

„In unserem stark durch Photovoltaik geprägten Netz werden sie Mittagsspitzen abfedern, während wir parallel das Netz weiter deutlich ausbauen“, sagt Kerstin Fröhlich, Geschäftsführerin der N-Ergie Netz GmbH, über netzdienliche Batteriespeicher. „Der netzdienliche Betrieb von Batteriespeichern ist ein notwendiger und lohnender Kompromiss.“

Im April vergangenen Jahres hatte der Versorger den Anschluss neuer Solaranlagen ab 30 kW gestoppt. Die Maßnahme betraf größere Teile des gesamten Netzgebiets in Mittelfranken und den angrenzenden Regierungsbezirken. Kleinere Dachanlagen oder Balkonkraftwerke waren ausgenommen (wir berichteten).
 

Aktuell zählt die Netztochter der Nürnberger Regionalversorgers mehr als 120.000 erneuerbare Stromerzeugungsanlagen an ihrem Verteilnetz. Das Stromnetz misst circa 29.000 Kilometer. Ausgehend von den Erfahrungswerten aus dem Pilotprojekt in Winterschneidbach wolle man weitere Ausschreibungen für den Betrieb von netzdienlichen Batteriespeichern in den Blick nehmen, heißt es.
 // VON Manfred Fischer
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Experten vor Umweltausschuss uneins über CCS-Nutzung
Quelle: Fotolia / Tom-Hanisch
Politik. Im Umweltausschuss des Bundestags prallen beim Thema CCS unterschiedliche Expertisen aufeinander: Industrievertreter drängen auf breiten Einsatz, Wissenschaftler mahnen zur Begrenzung.
Die Trennlinie hatte vorab bereits die Politik scharf gezogen. Während CDU und CSU zwei Vertreter der Industrie zu dem öffentlichen Fachgespräch im Umweltausschuss über die Speicherung von Kohlendioxid (CCS) eingeladen hatten, hatten SPD, Grüne und Linke drei Wissenschaftler als Sachverständige benannt. Die AfD hatte einen Geologen aus den eigenen Reihen entsandt.
 // VON Manfred Fischer   MEHR...
Die Trennlinie hatte vorab bereits die Politik scharf gezogen. Während CDU und CSU zwei Vertreter der Industrie zu dem öffentlichen Fachgespräch im Umweltausschuss über die Speicherung von Kohlendioxid (CCS) eingeladen hatten, hatten SPD, Grüne und Linke drei Wissenschaftler als Sachverständige benannt. Die AfD hatte einen Geologen aus den eigenen Reihen entsandt.

Die Anwendung solle möglichst breit gehalten und CCS nicht nur als „allerletztes Mittel“ eingesetzt werden, forderte Ludger Radermacher für den Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geothermie (BVEG). Die Organisation erwartet sich von der Politik eine Carbon-Management-Strategie, die vor allem das Kriterium Kosteneffizienz erfüllt. Damit zielte Rademacher auf Überlegungen, CO2 im Meeresuntergrund zu speichern. Die Onshore-Speicherung sei sicher und durch geringere Transportkosten günstiger als die Offshore-Speicherung, sagte er.

Chemieindustrie: CCS auch eine „Brücke“

Matthias Belitz vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) bezeichnete CCS als unverzichtbar für die Branche, um klimaneutral zu werden. Beispielhaft verwies er auf Prozesse wie die Herstellung von Calciumcarbid. In der Wärme- und Dampferzeugung seien fossile Brennstoffe noch nicht wirtschaftlich zu ersetzen. CCS, so der Bereichsleiter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz beim VCI, könne „als Brücke dienen“.

Der Landtagsabgeordnete Marcus Resch (AfD) vertrat den Standpunkt, dass ein politisches Problem konstruiert werde, um eine „technisch aufwendige und kostenintensive Infrastruktur“ zu schaffen. Nur ein geringer Anteil der Emissionen könne technisch behandelt werden. Zudem bestehe das Risiko von „Leckagen und biologischen Störungen“, warnte der Geologe.

Wissenschaftler: „Kein Freifahrtschein“

„Wir müssen schwer vermeidbare Emissionen, soweit es geht, reduzieren und die CO2-Entnahmekapazitäten parallel ausbauen“, wird Felix Schenuit von der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) zitiert. Er verwies auf den Weltklimarat (IPCC), der empfiehlt, verbleibende Restemissionen durch CO2-Entnahme auszugleichen. Für die Abscheidung von CO2 aus Abgasen sowie für die CO2-Entnahme aus der Atmosphäre brauche es CCS, so Schenuit. Gleichwohl sei die Technologie „kein Freifahrtschein“ für weniger Klimaschutz. Auch er hob die hohen Kosten für die Technologie hervor.

Volker Quaschning, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, sprach von „exorbitant hohen Kosten“ und mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung für den Bau eines CO2-Pipeline-Netzes, wie es für CCS notwendig wäre. Er riet stattdessen dazu, „alle vermeidbaren Restemissionen bis 2045 auf null zu reduzieren“. Die Verbrennung von Erdgas, Erdöl und Kohle sollte bis dahin beendet werden. Auch die Emissionen der Landwirtschaft und der Industrie müssten auf „das absolut technische Minimum“ reduziert werden, so der Sachverständige.

Konstantin Litker vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft sagte, staatliches Geld dürfe es nur für Projekte zur Abscheidung und Speicherung von „nachweisbar“ unvermeidbaren Restemissionen geben. CCS für Gaskraftwerke und für blauen Wasserstoff sei hingegen teuer, technisch komplex und verlängere zudem „fossile Geschäftsmodelle“.
 // VON Manfred Fischer
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Quelle: Solar Promotion GmbH
Advertorial . Flexibilität: Der unterschätzte Netz-Booster
Flexibilität gilt als Schlüsselressource der Energiewende: Sie sorgt dafür, dass Stromverbrauch und dezentrale Erzeugung intelligent auf Angebot, Preise und Netzzustände reagieren.
Flexibilität bedeutet im Stromsystem, Verbrauch und dezentrale Erzeugung so zu steuern, dass sie sich an Angebot, Preise und Netzzustände anpassen – und damit ein von PV und erneuerbaren Energien dominiertes System stabil und wirtschaftlich betrieben werden kann. EU-Berechnungen gehen davon aus, dass die Flexibilitätsnachfrage bis 2030 um 133 Prozent steigt.
 // VON Advertorial   MEHR...
Flexibilität bedeutet im Stromsystem, Verbrauch und dezentrale Erzeugung so zu steuern, dass sie sich an Angebot, Preise und Netzzustände anpassen – und damit ein von PV und erneuerbaren Energien dominiertes System stabil und wirtschaftlich betrieben werden kann. EU-Berechnungen gehen davon aus, dass die Flexibilitätsnachfrage bis 2030 um 133 Prozent steigt.

In der Praxis wird Flexibilität selten von einzelnen Unternehmen direkt am Markt gehandelt: Aggregatoren und Energiedienstleister bündeln steuerbare Assets wie Lasten, Speicher und Ladepunkte zu virtuellen Kraftwerken und übernehmen Prognosen, Dispatch, Messung sowie Bilanzkreis- und Marktzugang. Dadurch entsteht ein neues Dienstleistungsökosystem – von Energy-as-a-Service über Software-Plattformen, die Anlagen automatisiert nach Preis- und Netzsignalen fahren.

Unternehmen profitieren doppelt: weniger Energiekosten und Lastspitzen durch optimierte Fahrpläne plus zusätzliche Erlöse durch Vermarktung, häufig über dynamische Tarife oder Spotmarkt-Optimierung. Für die Netze wird Flexibilität damit zu einer systemischen Ressource: Sie verschiebt Nachfrage in Zeiten hoher Erneuerbaren-Erzeugung, dämpft Spitzen, reduziert Engpässe und Abregelung. Unter dem Motto „Accelerating Integrated Energy Solutions“ stellt The smarter E Europe, Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft, branchenübergreifende Flexibilitätslösungen in den Fokus.

The smarter E Europe vereint vier Fachmessen und findet vom 23. bis 25. Juni 2026 – erstmals mit der neuen Messelaufzeit von Dienstag bis Donnerstag – auf der Messe München statt.
 // VON Advertorial
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News aus dem Marktplatz Energie
Bild: Hamburg Messe und Congress GmbH
Messen & Kongresse
Mitteilung der Firma Hamburg Messe und Congress GmbH
WindEnergy Hamburg baut globale Führungsposition aus

Das Top-Event der globalen Windindustrie schreibt seine Erfolgsgeschichte fort. Die Zahl der Anmeldungen liegt aktuell bereits um rund fünf Prozent über der von 2024, außerdem belegt die Weltleitmesse in diesem Jahr erstmals mehr als  80.000 m2 Bruttofläche.

Fragen zu dieser Mitteilung? Kontakt: 
Mehr Informationen:  

Neu hinzu kommt die Halle A2 mit dem wichtigen Themenfeld „Energy Storage“. In puncto Internationalität hat die Weltleitmesse ebenfalls noch einmal zugelegt: Die ausstellenden Unternehmen kommen aus mehr als 40 Ländern, die Zahl der Nationenpavillons steigt gegenüber der letzten WindEnergy Hamburg auf 30 und markiert einen neuen Rekord.

 // VON Hamburg Messe und Congress GmbH   MEHR...

Neu hinzu kommt die Halle A2 mit dem wichtigen Themenfeld „Energy Storage“. In puncto Internationalität hat die Weltleitmesse ebenfalls noch einmal zugelegt: Die ausstellenden Unternehmen kommen aus mehr als 40 Ländern, die Zahl der Nationenpavillons steigt gegenüber der letzten WindEnergy Hamburg auf 30 und markiert einen neuen Rekord.

Konferenzprogramm voller Highlights

Insgesamt sechs „Open Stages“ stehen für das vielfältige Konferenzprogramm zur Verfügung – sie sind direkt in die Messehallen integriert und für alle kostenfrei zugänglich.

Von Perspektiven in unterschiedlichen Marktsegmenten und -regionen über technologische Innovationen bis zum wirksamen Schutz kritischer Infrastruktur: Hochkarätige Speakerinnen und Speaker adressieren die für die Zukunft der Branche relevanten Themen.

  • Political Industry Summit: Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik und Industrie diskutieren über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Windenergie weltweit.
  • Speakers Corner (Halle A3): In Kurzvorträgen präsentieren ausstellende Unternehmen ihre innovativen Lösungen für die Energiewende.
  • Global Markets Theatre (Halle B1.OG): Hintergründe und Analysen zu internationalen Marktentwicklungen liefern wertvolle Impulse für die globale Ausrichtung von Geschäftsstrategien.
  • Energy Transition Stage (Halle B6): Führende Köpfe der Branche beleuchten Themen wie internationale Zusammenarbeit und innovative Ansätze zur Zukunft der Energieversorgung.
  • Offshore Stage (Halle B5): Vorträge geben praxisnahe Einblicke und strategische Ausblicke zu aktuellen Entwicklungen und technologische Trends rund um die Offshore-Windenergie.
  • Energy Storage (Halle A2): Die Integration von Speichertechnologien ist für die Flexibilität und Versorgungssicherheit des gesamten Energiesystems unabdingbar. Wie die praktische Umsetzung funktionieren kann, zeigen Hersteller, Zulieferer, Projektentwickler und Forschungseinrichtungen.
  • Recruiting Forum (Halle B3.OG): Nachwuchstalente und Quereinsteiger treffen auf Personalverantwortliche der ausstellenden Unternehmen.

Nachwuchs im Blick

Das Thema Fachkräftegewinnung steht bei auch bei den Recruiting Days im Mittelpunkt. An zwei Messetagen werden gezielt junge Talente angesprochen. Ausstellende Unternehmen und Wirtschaftsverbände geben wertvolle Einblicke in die Berufswelt der Windenergie, stellen Karrierewege vor und stehen für Fragen und persönliche Gespräche zur Verfügung. Auszubildende, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler erhalten kostenfreien Eintritt.

Erfolgskonzept ausgerollt

Interessante Perspektiven auch für europäische Unternehmen eröffnet die Region Asien-Pazifik. So plant Indien bis 2030 einen Kapazitätszubau von 140 Gigawatt. Dieses aussichtsreiche Aktionsfeld bedient die Hamburg Messe und Congress (HMC) im Rahmen einer neuen Kooperation: Im Mai findet das zweitägige Event RECHARGE Wind Power Summit Asia-Pacific powered by WindEnergy Hamburg in Singapur statt – als Kombination aus hochkarätiger Fachkonferenz und attraktiver Ausstellung.  Bei der Organisation werden die beiden Partner von den Regierungsorganisationen Enterprise Singapore und Singapore Tourism Bord (STB) unterstützt.

Weitere Informationen sowie Fotos und Pressemeldungen zum Download gibt es auf Join the global on & offshore event - WindEnergy Hamburg sowie auf LinkedIn und Instagram

Pressekontakt:
Jusrah Doosry
Tel: +49 (0)40 3569-2447
E-Mail: jusrah.doosry@hamburg-messe.de

 // VON Hamburg Messe und Congress GmbH
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